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"GOLDEN BALL"

Das Gold, die Kugel, der Akt: Perfektion in Vollendung.

Gold ist der menschlichen Kultur der treuste Zeuge von Anfang an. Der edle Rohstoff half dem Menschen, indem er sich ihm dienstbar machte, in

wachsendem Nachdenken über die beste Nutzung, sich selbst zu finden: Erkenntnis aus Partnerschaft. Über die bloße Brauchbarkeit hinaus, Gold ist unverzichtbar, geheimnisvoll,

kostbar, verehrungswürdig und verlässlich. Es war gewesen und wird sein. Noch jenseits aller lebenden Kultur wird das bearbeitete Edelmetall für die menschliche Zivilisation stehen.

Gold, das schillernd glänzende, dehnbare Metall hat als das Sinnbild für Vollkommenheit und Reinheit und als Symbol der irdischen wie göttlichen Macht seit jeher die Menschen angeregt. Es ist verführerisch und weckt

Begehrlichkeiten. 

Als künstlerische Inspirationsquelle diente es den beiden Fotodesignern Ralf Wehrle und Uwe Frank für die Bildinszenierungen „goldenball“.

Mit der Kugel, dem absolut symmetrischen geometrischen Körper, hat das edle, feierliche Kolorit seine formale Entsprechung gefunden. Die Urform, die weder Anfang noch Ende kennt,  ist Gesetz und Gedicht zugleich. In sich ruhend demonstriert die Kugel inneren Halt und völliges Gleichgewicht bei gleichzeitiger äußerer Festigkeit.

In der Verbindung mit dem männlichen Körper werden die Insignien der Macht und die abstrakten Symbole des Lebens auf begreifbares Menschenmaß gebracht. Ästhetisch, kraftvoll, dynamisch, harmonisch, konzentriert und spannungsgeladen: 

die Darstellungen sind Ausdruck von vollkommener Körperbeherrschung.  In sich zu ruhen, man spürt es, ist eine vitale Möglichkeit, wirksam zu sein. Körpergeometrie und Natürlichkeit werden in ihrem Zusammenwirken  mehr Essenz als Elementarangebot. Die Dynamisierung der Körper, indem sie Drehung

suggerieren, lässt die räumliche Neutralität der Kugel aufheben.

Die Transzendierung der verwendeten Symbole scheint nicht mehr des Anscheins zu bedürfen, sondern wird zur Formtatsache. 

Die geometrische Form mit der Patina des Göttlichen in der Zuordnung mit dem menschlichen Körper: die Dreifaltigkeit der Bildelemente ist an der Begrenztheit unserer eigenen Existenz gemessen und wird zugleich Zeichen des Ewigen.

 

Stefan Simon

(Kunsthistoriker / Kulturjournalist)